Die Emanzipation des Klangs vom Hören
Heinemann, Michael | Beethoven war taub - und doch machte er Musik. Bis in seine letzten|Lebensjahre suchte er nach neuen Klängen, erprobte effektvolle Spieltechniken|an den Tasten des Klaviers. Denn das Gehör ist nicht die einzige Instanz,|Schalleindrücke aufzunehmen. Hören meint nicht nur Wahrnehmen und Verstehen,|sondern Empfinden und Spüren, Berührt- und Ergriffenwerden.|Auf diese Vielfalt des Hörens will das Buch aufmerksam machen. Beethoven und|seine Musik sind hierfür nun ein paradigmatisches und aufschlussreiches|Beispiel, als er vielleicht der Erste war, der diese unterschiedlichen Modi|der Wahrnehmung explizit machte: aufgrund der Fähigkeit, neue Klangideen|nicht nur zu entwickeln, sondern auch äußerst präzise zu notieren.|Das Buch erschließt eine entscheidende Dimension der Musik als buchstäblich|sinnlich zu erfahrender Kunst und bietet die Handhabe zur Lösung vieler|kniffliger Fragen der Beethoven-Diskussion.VL-Edition Text und Kritik