Ordinariumsvertonung zwischen Tradition und Neuordnung
Dubke, Esther | Musica Poetica Band 4|Musik der Frühen Neuzeit Band 4|Als ästhetischer Neuerer in (fast) allen musikalischen Gattungen des 16.|Jahrhunderts ist Orlando di Lasso nicht nur in der Musikhistoriographie eine|herausragende Rolle zugesichert. Schon zu Lebzeiten bewegte sich der|Komponist in den höchsten Kreisen der kulturellen Öffentlichkeit, und unter|seiner Kapellmeisterschaft entwickelte sich die Münchner Hofkapelle zum einem|der wichtigsten Ensembles der europäischen Musiklandschaft. Darüber hinaus|kam auch der Ordinariumsvertonung in der Frühen Neuzeit ein bedeutender|Stellenwert zu. Wenngleich die polyphone Messe an der Liturgie ausgerichtet|war, blieb ihr Rang in der abendländischen Gattungshierarchie unangetastet.|So überrascht es kaum, dass die kompositorische Auseinandersetzung mit dem|Ordinarium Missae neben dem Magnificat den größten Raum in Lassos uvre|einnimmt.|Im Zentrum des Bandes steht die Aufarbeitung dieses exzeptionellen|Repertoires auf der Grundlage unterschiedlichster historischer Quellen. Der|methodische Zugriff reicht von der Untersuchung institutionsspezifischer|Rahmenbedingungen über die Analyse gattungs- und liturgiegeschichtlicher|Kontexte bis hin zur Einbettung in die zeitgenössischen musiktheoretischen|und -ästhetischen Diskurse.VL-Ortus Musikverlag